Masel Tov – Mitreißende Musik aus Osteuropa

V.l.n.r.: Edgar Dörner, Joachim Apostel, Andreas Frank, Wolfgang Wagner, Vera Arendt, Laci Kahn

„Das ist ja mal ganz etwas anderes!“ – diesen Satz hört man öfter nach einem Konzert der Gruppe Masel Tov. Und in der Tat haben sich die sechs Musiker aus dem Raum Bretten einer Musik verschrieben, die sich deutlich unterscheidet vom gängigen Mainstream der Rock- und Popmusik der 70er und 80er Jahre. Jiddischer Klezmer, gemischt mit Gipsyklängen des Balkans, erzeugt oft schon nach den ersten Takten ein emotionales Mitschwingen des Publikums, welches sich in Form eines inneren Genießens, aber auch in spontanen Klatsch- und Tanzbewegungen äußern kann.

Der Ursprung dieser Musik liegt einige Jahrzehnte zurück: im Osteuropa des 19. Jahrhunderts waren sowohl die jüdische Bevölkerung als auch die Sinti und Roma permanenter Benachteiligung und Verfolgung ausgesetzt. Der Wille des Überlebens, die Notwendigkeit steter Improvisation unter widrigen Lebens-bedingungen und das (trotzige) Bewahren von unbändiger Lebensfreude fand nicht zuletzt in der Musik dieser Völker ihren Ausdruck.

Melancholische Weisen wechseln ab mit pulsierenden Rhythmen, schwer-mütiges „Zigeunermoll“ mit spritzigen Klarinetten- und Saxophonläufen. Auch in der Instrumentierung zeigt die Band sich sehr vielseitig: zu den Bläsern gesellen sich Akkordeon, Bass, Gitarre und verschiedene Perkussions-instrumente; wenn eine Geige schluchzt, fühlt der Zuhörer sich in eine ungarische Bar versetzt, und das plötzliche Auftauchen von einer oder mehr Posaunen führt zu allgemeiner Aufmerksamkeit. Nein, langweilig wird es einem bei einem Auftritt von Masel Tov nie – trotz zumeist instrumentaler Musik ist stets für Abwechslung gesorgt.



Besetzung der Band:

Andreas Frank: Klarinette
Wolfgang Wagner: Saxophon, Posaune, Gesang
Joachim Apostel: Gitarre
Edgar Dörner: Akkordeon, Xylophon
Laci Kahn: Bass, Violine, Posaune
Vera Arendt: Perkussion